Was ist FOI-Therapie?
FOI-Therapie steht für Funktionelle Orthonomie und Integration – ein manuelles Behandlungskonzept für funktionelle Beschwerden des Bewegungsapparats. Im Mittelpunkt steht die Frage, wie verschiedene Körperregionen zusammenwirken und welche funktionellen Zusammenhänge zu Beschwerden oder Bewegungseinschränkungen beitragen können.
FOI richtet den Blick deshalb nicht nur auf die Stelle, an der Klient:innen Beschwerden wahrnehmen. Die Methode untersucht mögliche Kompensationsmuster und funktionelle Zusammenhänge im gesamten Bewegungsapparat. Dabei nehmen Wirbelsäule und Becken eine zentrale Rolle ein.
Die Fotografien im Titelbereich dieser Website greifen Strukturen aus der Natur auf: Schichtungen, Verzweigungen, Spannungen und fliessende Übergänge. Sie sind keine anatomischen Abbildungen, sondern stehen sinnbildlich für Form, Bewegung, Anpassung und funktionelles Zusammenspiel – Prinzipien, die auch im Verständnis der FOI eine wichtige Rolle spielen.
Mögliche Anwendungsbereiche
Fachpersonen können eine FOI-Behandlung bei funktionellen Beschwerden des Bewegungsapparats in Betracht ziehen, beispielsweise bei:
- Rücken- und Nackenbeschwerden
- Gelenkbeschwerden und Bewegungseinschränkungen
- wiederkehrenden funktionellen Beschwerden
- muskulären und faszialen Spannungsmustern
- Beschwerden nach Verletzungen oder Operationen, sofern eine medizinische Abklärung erfolgt ist
Die behandelnde Fachperson beurteilt, ob FOI im individuellen Fall geeignet ist. Zudem kann niemand einen bestimmten Behandlungserfolg zusichern.
Ablauf einer Behandlung
- Gespräch: Zu Beginn besprechen Therapeutin oder Therapeut gemeinsam mit der Patientin oder dem Patienten die aktuellen Beschwerden, deren Verlauf sowie frühere Verletzungen, Operationen und relevante Belastungen.
- Untersuchung: Die Therapeutin oder der Therapeut untersucht Beweglichkeit, Statik und funktionelle Zusammenhänge. Dabei betrachten sie nicht nur die schmerzhaften Regionen.
- Behandlung: Mit gezielten manuellen Techniken behandelt die Fachperson ausgewählte Gelenke und Gewebestrukturen und passt die Techniken individuell an die Situation an.
- Nachbesprechung: Je nach Befund bespricht die Fachperson Hinweise für den Alltag oder geeignete Übungen.
Dauer und Anzahl der Behandlungen richten sich nach der individuellen Situation; Patient:innen vereinbaren diese direkt mit der behandelnden Praxis.
Abgrenzung und medizinische Abklärung
FOI Therapie ist ein eigenständiges manuelles Behandlungskonzept. Sie ersetzt weder eine ärztliche Diagnose noch eine notwendige medizinische Behandlung. Akute Verletzungen, starke oder ungeklärte Beschwerden, neurologische Ausfälle, Fieber oder eine deutliche Verschlechterung des Allgemeinzustands gehören deshalb in eine medizinische Abklärung.
Qualifikation der Behandelnden
Fachpersonen mit unterschiedlichen medizinischen oder therapeutischen Grundberufen wenden FOI an. Dabei macht das Schweizer Verzeichnis des SVFOI den Ausbildungsstand transparent und unterscheidet zwischen Personen mit erfolgreich bestandener FOI-Abschlussprüfung und Personen, die Basis III abgeschlossen haben und sich noch in weiterführender Ausbildung befinden.
Kosten und Krankenkassen
Die einzelnen Praxen legen ihre Tarife selbst fest. Der Tarif 590 verzeichnet FOI ausserdem unter der Tarifziffer 1214. Eine Beteiligung durch eine Zusatzversicherung hängt vom persönlichen Versicherungsvertrag und von der Anerkennung der behandelnden Person durch den jeweiligen Versicherer ab.
Die Tarifziffer allein garantiert keine Kostenübernahme. Klären Sie deshalb vor Behandlungsbeginn direkt bei Ihrer Versicherung ab, ob und in welchem Umfang diese die Behandlung übernimmt. Eine eigenständig abgerechnete FOI-Behandlung ist zudem nicht automatisch eine Leistung der obligatorischen Grundversicherung.
Eine Übersicht der Versicherer, die die EMR-Registrierung berücksichtigen, finden Sie hier.